Update: 02.02.2025
Warum wir einen Finanzansatz im Haushalt beantragt haben
Digitalisierung prägt längst den Alltag unserer Kommune. Anträge, Termine, interne Abläufe und sensible Daten hängen heute von digitalen Systemen ab. Doch mit der zunehmenden Bedeutung wächst auch die Verantwortung: Wer hat die Kontrolle über diese Systeme? Wie sicher sind sie? Und wie unabhängig bleibt unsere Gemeinde langfristig?
Genau hier setzt unser Antrag zur Stärkung der digitalen Souveränität und Zukunftsfähigkeit der Gemeindeverwaltung an, den wir für die Ratssitzung am 29. Januar 2026 eingebracht haben.
Vorsorge statt späterer Abhängigkeit
Internationale Spannungen, kriegerische Konflikte und politische Entscheidungen zeigen, dass digitale Infrastruktur kein neutrales Werkzeug mehr ist. Abhängigkeiten von extern kontrollierten Systemen können Verwaltungen verwundbar machen – rechtlich, finanziell und organisatorisch.
Unser Antrag verfolgt deshalb einen klaren Ansatz: frühzeitig hinschauen, Risiken erkennen und Handlungsspielräume sichern. Es geht nicht um einen schnellen oder überstürzten Umbau, sondern um einen geordneten, schrittweisen Prozess, der fundierte Entscheidungen ermöglicht.
Was wir konkret erreichen wollen
Mit einem überschaubaren Finanzansatz im Haushalt 2026 soll eine fachlich fundierte Grundlage geschaffen werden. Dazu gehören:
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eine systematische Analyse bestehender digitaler Abhängigkeiten,
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die Entwicklung eines mehrjährigen Zukunftskonzepts,
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Schulungen fĂĽr Mitarbeitende,
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sowie die Prüfung europäischer und offener Alternativen.
So kann die Gemeinde ihre digitale Infrastruktur gezielt weiterentwickeln, Kostenrisiken besser einschätzen und langfristig unabhängiger werden.
Gut fĂĽr Verwaltung, gut fĂĽr BĂĽrgerinnen und BĂĽrger
Digitale Souveränität ist kein Selbstzweck. Sie sorgt dafür, dass Verwaltungsleistungen zuverlässig funktionieren, sensible Daten geschützt bleiben und Steuergelder verantwortungsvoll eingesetzt werden. Eine gut vorbereitete Verwaltung ist stabiler, flexibler und auch in Krisenzeiten handlungsfähig.
Unsere Haltung
Digitale Souveränität beginnt nicht in Brüssel oder Berlin, sondern hier vor Ort. Mit unserem Antrag setzen wir ein klares Zeichen für Weitblick, Verantwortung und eine zukunftsfähige Kommune. Der Antrag wird im Zusammenhang mit den Haushaltsberatungen 2026 beraten.
Wir bleiben dran – transparent, sachlich und im Dialog.
Update aus der Ratssitzung zur digitalen Souveränität
In der Ratssitzung am 29. Januar 2026 haben wir unseren Antrag zur Stärkung der digitalen Souveränität und Zukunftsfähigkeit der Gemeindeverwaltung eingebracht und den Hintergrund kurz erläutert. Bereits im Vorfeld der Sitzung wurde von mehreren Seiten der Wunsch geäußert, dem Thema aufgrund seiner Bedeutung und seines Umfangs mehr Raum für eine vertiefte Beratung und Diskussion zu geben. Diesem Anliegen sind wir gerne gefolgt.
Gemeinsam haben wir daher vorgeschlagen, den Antrag zur weiteren inhaltlichen Befassung zunächst in den Haupt- und Finanzausschuss (HFA) am 12. März 2026 zu verweisen und anschließend dem Gemeinderat am 26. März 2026 zur Entscheidung vorzulegen. Dieser Vorschlag wurde einstimmig und ohne Enthaltungen angenommen.
Uns war dabei wichtig klarzustellen, dass weder der Beschlussvorschlag noch einzelne Inhalte als festgelegt oder unveränderlich zu verstehen sind. Vielmehr laden wir alle Fraktionen und die Verwaltung ausdrücklich dazu ein, das Thema gemeinsam weiterzuentwickeln.
Ziel ist es, in einem offenen und konstruktiven Prozess mittel- und langfristige Ansätze und Maßnahmen zu erarbeiten, mit denen digitale Abhängigkeiten reduziert und die Handlungsfähigkeit unserer Kommune gestärkt werden können.
Häufig gestellte Fragen
FAQ
Internationale Spannungen, kriegerische Konflikte und politische Entscheidungen zeigen, dass digitale Infrastruktur kein neutrales Thema mehr ist. Verwaltungen können in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt werden, wenn zentrale digitale Systeme außerhalb Europas kontrolliert werden. Vorsorge ist deshalb verantwortungsvolle Kommunalpolitik.
Nein. Der Antrag setzt bewusst auf einen geordneten und schrittweisen Prozess. Ziel ist es, Veränderungen gut vorzubereiten, Alternativen zu prüfen und fundierte Entscheidungen zu treffen, statt übereilt bestehende Strukturen zu ersetzen.
Mit dem vorgesehenen Finanzansatz sollen eine fachliche Analyse, ein mehrjähriges Zukunftskonzept, Schulungen für Mitarbeitende sowie die Prüfung europäischer und offener Alternativen ermöglicht werden. Es handelt sich um eine Investition in Planungssicherheit und Zukunftsfähigkeit.
Offene Standards und Open-Source-Lösungen ermöglichen mehr Transparenz, Kontrolle und langfristige Kostensicherheit. Sie bieten Kommunen die Möglichkeit, Abhängigkeiten zu reduzieren und digitale Strukturen nachhaltiger zu gestalten.
Eine digital souveräne Verwaltung ist langfristig stabiler, sicherer und verlässlicher. Sie schützt sensible Daten besser, bleibt auch in Krisenzeiten handlungsfähig und kann öffentliche Mittel effizienter einsetzen.
Digitale Souveränität wird auf europäischer Ebene diskutiert, beginnt aber ganz konkret vor Ort. Kommunen treffen täglich Entscheidungen über Software, Daten und digitale Abläufe. Deshalb ist auch kommunales Handeln entscheidend.
Download
Antrag | Stärkung der digitalen Souveränität und Zukunftsfähigkeit der Gemeindeverwaltung
WeiterfĂĽhrende Informationen
Im politischen Podcast „Auf die Ohren, fertig, GRÜN!“ spricht Wilfried Gierden darüber, wie Kommunen digitale Kontrolle zurückgewinnen können und warum das für Demokratie sowie Freiheit entscheidend ist.

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