Klimaanpassung in Blankenheim: Jetzt zählt die Erfahrung der Menschen vor Ort

Klimaanpassung in Blankenheim: Jetzt zählt die Erfahrung der Menschen vor Ort

Hitze, anhaltende Trockenheit und dann Starkregen innerhalb kürzester Zeit: Die vergangenen Wochen und Monate zeigen auch in unserer Region, dass Klimaanpassung längst keine abstrakte Aufgabe für irgendwann ist. Die Gemeinde Blankenheim erarbeitet derzeit ein Klimaanpassungskonzept. Dabei sind jetzt ausdrücklich die Erfahrungen und Vorstellungen der Bürgerinnen und Bürger gefragt.

Hitze, Trockenheit und Starkregen: Die Extreme nehmen zu

Der Sommer 2026 liefert reichlich Anschauungsmaterial dafür, warum wir über Klimaanpassung sprechen müssen. Nordrhein-Westfalen erlebte nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes den trockensten Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Landesweit fielen durchschnittlich gerade einmal rund 18 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Hohe Temperaturen und ungewöhnlich viele Sonnenstunden verschärften die Situation zusätzlich.

Gerade die Eifel gehört zu den Regionen, in denen die anhaltende Trockenheit besonders deutlich zu spüren ist. Ausgetrocknete Böden, Belastungen für Wälder und Landwirtschaft, niedrige Wasserstände und eine erhöhte Waldbrandgefahr gehören zu den Folgen.

Gleichzeitig erleben wir die scheinbar andere Seite derselben Entwicklung: Starkregen und Unwetter.

Erst am 19. August zog erneut kräftiger Starkregen über die Region. Im Kreis Euskirchen kam es unter anderem zu überfluteten Straßen und Wasser in Kellern. Auch in Blankenheim waren Einsatzkräfte gefordert.

Wochenlange Trockenheit und Starkregen sind dabei kein Widerspruch. Ein wärmeres Klima verändert den Wasserhaushalt und erhöht die Wahrscheinlichkeit unterschiedlicher Wetterextreme. Lange trockene Phasen können sich mit kurzen, sehr intensiven Niederschlagsereignissen abwechseln.

Klimaschutz und Klimaanpassung gehören zusammen

In der öffentlichen Diskussion wird gelegentlich so getan, als müssten wir uns zwischen Klimaschutz und Klimaanpassung entscheiden. Das ist eine falsche Alternative.

Klimaschutz bedeutet, die Ursachen des menschengemachten Klimawandels zu begrenzen. Klimaanpassung bedeutet, uns auf die Folgen vorzubereiten, die bereits heute spürbar und zum Teil nicht mehr vermeidbar sind.

Wir brauchen beides.

Ohne konsequenten Klimaschutz werden die notwendigen Anpassungsmaßnahmen in Zukunft immer aufwendiger und teurer. Ohne Klimaanpassung wiederum wären Menschen, Natur und Infrastruktur den bereits eintretenden Veränderungen unnötig schutzlos ausgesetzt.

Häufig gibt es sogar eine große Schnittmenge. Bäume und Grünflächen beispielsweise speichern CO₂, spenden Schatten und verbessern das Mikroklima. Entsiegelte Flächen können Wasser aufnehmen, bei Starkregen die Kanalisation entlasten und während Hitzeperioden zur Kühlung beitragen. Gesunde Böden, naturnahe Flächen und ein klimaresilienter Wald sind ebenfalls gleichzeitig Klima-, Natur- und Vorsorgeschutz.

Klimaanpassung entscheidet sich vor Ort

Viele Maßnahmen zur Klimaanpassung müssen dort geplant werden, wo ihre Wirkung unmittelbar spürbar wird: in unseren Städten, Gemeinden und Dörfern.

Wo entstehen bei Starkregen Probleme? Wo fehlt Schatten? Welche öffentlichen Flächen heizen sich besonders stark auf? Wo kann Regenwasser besser zurückgehalten werden? Wie können Gebäude, Straßen, Wege und öffentliche Einrichtungen widerstandsfähiger werden? Wie schützen wir ältere Menschen, Kinder und andere besonders gefährdete Gruppen während längerer Hitzeperioden?

Und nicht zuletzt: Wie können private Grundstücke einen Beitrag leisten?

Die Menschen, die in unseren 17 Orten leben, kennen viele dieser Stellen sehr genau. Dieses lokale Wissen kann kein Planungsbüro und keine Verwaltung vollständig ersetzen.

Genau deshalb ist Bürgerbeteiligung bei einem Klimaanpassungskonzept wichtig.

Blankenheim fragt die Bürgerinnen und Bürger

Die Gemeinde Blankenheim erarbeitet gemeinsam mit der Innovation City Management GmbH ein Klimaanpassungskonzept. Im Rahmen einer derzeit laufenden Bürgerumfrage zu Klimaanpassungsmaßnahmen können sich alle Bürgerinnen und Bürger beteiligen.
Dabei geht es unter anderem um drei zentrale Fragen:

  1. Welche vorgeschlagenen Maßnahmen auf Ebene der Gemeinde und auf privaten Grundstücken sind besonders wichtig?
  2. Wie sollen Bürgerinnen und Bürger künftig über Klimaanpassung und Extremwetterereignisse informiert werden?
  3. Bei welchen Maßnahmen können sich Menschen vorstellen, selbst mitzuwirken oder eigenständig aktiv zu werden?

Die Teilnahme erfolgt anonym. Die Ergebnisse sollen nach Angaben der Gemeinde unmittelbar in die Finalisierung des Klimaanpassungskonzeptes einfließen.

Die Umfrage läuft noch bis zum 8. September 2026.
👉 Zur Bürgerumfrage „Klimaanpassungsmaßnahmen in der Gemeinde Blankenheim“

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